1.Experten Forum 17.01.2011.St.Pölten

 

1. Experten Forum der Initiative für Soziale Freiraumgestaltung ISOF

Unsere Entwicklung als Menschen wird auch durch die Art und Weise bestimmt, wie wir mit sozialen Gruppen umgehen. Bei diesem Forum wollen wir uns vor allem damit beschäftigen wie wir Senioren, Migranten und Kranken/Heilung Suchenden auf freien Plätzen und in gestalteter Natur begegnen bzw. wie diese dort untereinander kommunizieren.

 

am Montag, den 17. Jänner 2011 um 14.00 Uhr

im Raum 3 , Seminarzentrum Schwaighof

Landsbergerstraße 11, 3100 St.Pölten

Wir bedanken uns für die Unterstützung durch:

  •  aktiv-plus-Servicestelle im Seniorenreferat des Landes NÖ
  •  Integrationsservice NÖ 
  •  

Presseinformation

 

Migranten und Senioren im gleichen Maße isoliert

Expertenforum fordert verbesserte Gestaltung der öffentlichen Plätze

 

Die von der Landschaftsarchitektin DI Sanja Turkovic gegründete „ISOF-Initiative
für soziale Freiraumgestaltung" beriet kürzlich in einem Expertenforum in St.Pölten mit Regionalpolitikern, Interessenvertretern und Fachleuten aus Sozial-, Bildungs- und Förderinstitutionen die Problematik der Nutzung öffentlicher Plätze und Anlagen durch Senioren, Kranke, Migranten, Jugendliche und Kinder. Überraschenderweise wurde von allen Teilnehmern konstatiert, dass die „gerade im freien Raum erkennbare" Isolation von älteren Mitbürgern und Menschen mit Migrationshintergrund „recht ähnlich seien".

Als Ansätze zur Verbesserung wurden vor allem „mehr Verständnis für die Wertigkeit des Freiraums, neue Konzepte für die Gestaltung öffentlicher Plätze,Parks und Anlagen bezüglich Begegnung, Gesundheit und Sicherheit auf Basis von breiten Bürgerbeteiligungen sowie die Förderung entsprechender Pilotprojekte durch die öffentliche Hand" gefordert. Sanja Turkovic: „Die Freiräume sind Spiegel unserer Gesellschaft. Wir können sie um relativ wenig Geld den neuen Entwicklungen anpassen oder als Nährboden für Spannungen, Ausgrenzungen und Ghettos verkommen lassen, was dann viel teurer sein würde."

Als „Musterprojekt" präsentierten Bgmst. Karl Huber und Mag. Christian Mitterlehner von der NÖ Dorf- und Stadterneuerung den geplanten „Senioren-Spielplatz" von Ernsthofen, der durch seine Lage zwischen einer „Betreutes Wohnen"-Anlage, einem Kindergarten und dem Ortszentrum „zu einem idealen, alle Isolationen überbrückenden Treffpunkt zwischen Senioren, Kindern und Eltern der Gemeinde werden soll". Huber weiter: „Dafür brauchen wir aber mehr Unterstützung vom Land, wir wollen hier ein für viele Gemeinden vorbildliches Modell schaffen". Die Planerin Turkovic glaubt auch, dass solche Projekte als Sport, Spiel, Unterhaltung und Sicherheit umfassende „Silver Generation Parks" eine große Zukunft hätten und entwickelt bereits ähnliche Konzepte für Freiräume in Gegenden mit hohem Zuwanderer-Anteil unter der Bezeichnung „Integration Places".

Mag. Vera Strella, die Leiterin der aktiv-plus-Servicestelle im Seniorenreferat des Landes NÖ sieht vor allem einen enorm steigenden Bedarf an Senioren-Betreuungseinrichtungen, „welche die zurückgehende Betreuung in Großfamilien ersetzen müssen". Sie begrüßt aktive Freiraumgestaltung als „ganz wesentliche Entlastung bei den Bemühungen, die Menschen im höheren Alter gesund, integriert und selbstbestimmt zu erhalten." Mag.Murat Düzel von der NÖ-Landesakademie ergänzt aus Blickwinkel Migranten-Integration: „Bei allen Modellen ist zuerst eine offene, gemeinsame Bestandsaufnahme unter Einbeziehung möglichst aller betroffenen Gruppen erforderlich: Wir müssen in jedem Fall differenziert, ganz auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtet,vorgehen."

 

Aus der Diskussion möglicher Schwerpunkte der ISOF: Das sind die 3 Themen, zu denen die Initiative gerne etwas bewegen bzw. bewirken möchte:

 

 1.Plätze schaffen, wo Kinder, Eltern und Senioren gerne zusammenkommen: Freiräume als Treffpunkte der gesamten Gesellschaft- mit Bürgerbeteiligung; gegenseitiges Helfen und Nutzen stiften; Unterhaltung, Bewegung, Events,
Spiel und Freude im Freien; Sicherheit und Geborgenheitsgefühl; Integration in infrastrukturelles Service

 

 2.Freiraumgestaltung als Integrations-Modell: Integration von Menschen mit Migrationshintergrund durch Aktivitäten im öffentlichen Raum, welche die Nutzung der gemeinsamen Plätze und der Sprache Deutsch unterstützen; Auflösung der
„Besetzungs-Problematik" in Parks; Erhebung der Befindlichkeiten und Bedürfnisse, Konzepte für eine Zusammenführung unterschiedlichster sozialer Gruppen im Freiraum

 

 3.Finanz-Problematik der innovativen Freiraum-Projekte lösen: Einerseits brauchen wir für neue Gegebenheiten (mehr Senioren, mehr Migranten, etc.) neue Lösungen, andererseits gibt es für solche noch keine klaren Förderungen (keine standardisierten Freiraum-Gemeinschaftsprojekte, bei denen es klar ist, wie viel gefördert wird)

 

Schulhof erstrahlt im neuen Glanz

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